Die Konstruktion der EU ist das Resultat des Ringens zweier Visionen für Europa. Die liberale Vision vertritt eine freie Marktwirtschaft in einem Europa der offenen Grenzen. Auf der anderen Seite steht die sozialdemokratische Vision Europas. Sie sieht Europa als Festung: protektionistisch nach außen und wohlfahrtsstaatlich nach innen. Von Mitterand als Preis der Wiedervereinigung gefordert, war der Euro ein Mittel, sich der DM und der »Tyrannei« der Bundesbank zu entledigen. Der Euro reizt zum Schuldenmachen. Unabhängige Regierungen können sich einer Zentralbank bedienen, um ihre Haushaltsdefizite zu bezahle. Das Ganze ähnelt einer Notenpresse mit verschiedenen Eigentümern. Die Konstruktion provoziert Schuldenkrisen, welche im Sinne der sozialdemokratischen Vision zur Errichtung einer Transferunion genutzt werden.
PhIlIpp Bagus studierte Volkswirtschaftslehre in Münster und Madrid. Er promovierte unter der Leitung von Prof. Jesús Huerta de Soto zum Thema Deflation. Zurzeit ist er Professor an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. Dort lehrt er die Einführung in die Ökonomie, Mikro-, Makroökonomie und Methodologie der Österreichischen Schule. Dr. Bagus ist Autor von The Tragedy of the Euro und zusammen mit David Howden Autor des Buches Deep Freeze: Iceland’s Economic Collapse.
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